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PTO in den Medien » Lausitzer Wirtschaft berichtet » Bester Branchen-Azubi aus Ortrand

Folgender Artikel über PTO erschien in der Lausitzer Wirtschaft vom 08.12.16:

Verfahrensmechaniker Tom Sombeck von der PolymerTechnik Ortrand glänzt landesweit

Tom Sombeck (M.) hat inzwischen einen Arbeitsvertrag bei der PolymerTechnik Ortrand GmbH. Geschäftsführerin Kirsten Schmaler (2. v. r.) will den frisch gebackenen Facharbeiter nicht mehr gehen lassen. Links seine ehemalige Verfahrenstechniklehrerin Cornelia Fritsche vom Ober· stufenzentrum Lausitz in Schwarzheide sowie Dr. Hubert Lerche (r.) und Rainer Erbisch vom Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin. Foto: Feiler

Tom Sombeck (M.) hat inzwischen einen Arbeitsvertrag bei der PolymerTechnik Ortrand GmbH. Geschäftsführerin Kirsten Schmaler (2. v. r.) will den frisch gebackenen Facharbeiter nicht mehr gehen lassen. Links seine ehemalige Verfahrenstechniklehrerin Cornelia Fritsche vom Ober· stufenzentrum Lausitz in Schwarzheide sowie Dr. Hubert Lerche (r.) und Rainer Erbisch vom Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin. Foto: Feiler

Mit dem frisch gebackenen Facharbeiter Tom Sombeck aus Schwarzheide arbeitet der Landesbeste des beendeten dritten Ausbildungsjahres zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik in der PolymerTechnik Ortrand GmbH.

Von Manfred Feiler

Es gibt kaum einen Industriezweig, in dem nicht mindestens ein Ausgangsprodukt von der PolymerTechnik aus Ortrand (PTO) im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz stammt. Aus elastomerbeschichteten Geweben sowie aus Elastomer- und Gummibahnen ohne Gewebeeinlage sind die unterschiedlichsten Anwendungen möglich. Die Bandbreite reicht von Dichtungen, Membranen und Schläuchen für die Automobilindustrie bis hin zu Faltenbalgstoffen für Bus, Bahn und Fluggastbrücken, Gasspeichermembranen für Biogasanlagen und Transportbänder.

Arbeiten in der Heimat

Der Jungfacharbeiter Tom Sombeck gehört jetzt zu der 145-köpfigen Mannschaft, die die unterschiedlichsten Ausgangsprodukte für die weiterverarbeitende Industrie herstellt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der dreijährigen Ausbildung hat der 20-Jährige aus der Chemiestadt Schwarzheide als Branchenbester in Brandenburg und Berlin sofort seinen Arbeitsvertrag unterschreiben können. Sein Wunsch ging in Erfüllung: Er kann in der Heimat bleiben. Allerdings ist der Vertrag befristet. Doch das hat nach Aussage von PTO-Geschäftsführerin Kirsten Schmaler nichts Negatives zu bedeuten: "Wer seine Ausbildung schafft, der hat hier einen sicheren Arbeitsplatz." Sie weiß wie viele andere Firmenchefs in der Lausitz, dass es immer schwieriger wird, geeignete junge Menschen zu gewinnen. Und Fachleute auf dem freien Markt seien erst recht schwer zu bekommen. "Im Raum Ortrand haben wir eine Arbeitslosigkeit von nur etwa 3,5 Prozent", verweist sie auf den zumindest punktuell schon ziemlich leer gefegten Fachkräftemarkt.

Die Besten werden geehrt

Engagierte junge Leute werden mit Kusshand genommen. Und sie werden ausgezeichnet, wenn sie besondere Leistungen vollbringen. Der Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin ehrt jedes Jahr die drei besten Auszubildenden zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Erstmals ist in diesem Jahr der Baekeland-Preis verliehen worden. Leo Hendrik Baekeland hat vor mehr als 100 Jahren die weltweit erste industrielle Kunststoffproduktion nicht irgendwo, sondern in Erkner bei Berlin auf die Beine gestellt. Damals wurde Bakelit hergestellt. Aus diesem Material ist auch die Plakette, die Tom Sombeck erhalten hat. Griffe für Pfannen, Töpfe und Waffeleisen bestehen zum Teil heute noch aus dem spröden Bakelit. Der Kunststoff-Verbund engagiert sich nicht ohne Grund für den Berufsnachwuchs. Mit etwa 85 Firmen gehört die vom Land unterstützte Wachstumsbranche der Kunststoff- und Kautschukverarbeiter zu den namhaften in Brandenburg und Berlin. Um deren Fachkräftebedarf zu sichern, sind pro Ausbildungsjahr etwa 135 junge Leute notwendig. "Wir haben aber nur 50, und die reichen nicht aus", sagt Rainer Erbisch vom Kunststoff-Verbund. Im Hauptberuf ist er Niederlassungsleiter der TÜV Rheinland Akademie GmbH Lauchhammer. Hinzu komme, so der Verbundvorsitzende Dr. Hubert Lerche, dass nur etwa zwei Drittel der ausbildungsberechtigten Unternehmen auch tatsächlich selbst Fachkräftenachwuchs heranziehen.

Tom Sombeck ist jenen Weg gegangen, den der Kunststoffverbund forcieren möchte. Der junge Mann aus Schwarzheide hat in der 9. Klasse Praktika in Kindergarten, Tischlerei und bei einem Kunststoffverarbeiter absolviert. Verfahrensmechaniker habe ihm sofort gefallen. Den Tipp zur PolymerTechnik habe er von der Berufsberatung erhalten. Für die PTO habe er sich entschieden, weil diese auf seine Bewerbung nicht nur am schnellsten reagiert habe, sondern auch sehr gute Bedingungen biete.

Der Kunststoff-Verbund strebt an, so Dr. Hubert Lerche, dass Schüler ab der 7. Klasse im Regionalen Wachstumskern Westlausitz mit Senftenberg, Großräschen, Schwarzheide, Lauchhammer und Finsterwalde jedes Jahr bei Praxistagen neue einheimische Unternehmen kennenlernen. Mit 14 Schulen gebe es bereits Kontakt.

DIE PREISTRÄGER UND DER PREIS

  • Brandenburgs beste Auszubildende zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik sind Tom Sombeck von der Polymertechnik Ortrand GmbH sowie Daniel Deska und Steven Borkowski von der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH in Fürstenwalde.
  • Der erstmals verliehene Baekeland-Preis erinnert an den belgisch-amerikanischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland (1863 bis 1944). Er hatte den Kunststoff Bakelit entwickelt. Im Jahr 1912 startete er mit einem Geschäftspartner in Erkner (heute Bundesland Brandenburg) die weltweit erste industrielle Kunststoffproduktion.
  • Der Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin (KuVBB) ist ein Netzwerk für die Bereiche Kunststoffe, Chemie und Biopolymere in den beiden Ländern. Er kümmert sich hauptsächlich um Kooperationen und Qualifizierungen.